Kalenderblatt 24. Juni

„Vor Johanni bitt um Regen, nachher kommt er ungelegen.“   Es beginnt jetzt, nach der Sommersonnenwende, die Zeit der Neuausrichtung der Großwetterlage für den Hochsommer, besser bekannt als die Siebenschläferzeit. Wir werden darauf in den kommenden Tagen detailliert eingehen. Aber nicht nur die bekannte Siebenschläfer- oder Siebenbrüder-Regel trifft eine Aussage über den Hochsommer (Juli und erste August-Hälfte), sondern auch der Johannistag, den 24. Juni. Auch dieser macht schon so Andeutungen in Sachen Beständigkeit der Großwetterlage. Der Johannistag ist aber auch bekannt für die Johannisbeere, deren Erntezeit in der Regel um diese Zeit beginnt und er soll ein Hinweis für die Witterung sein. In der Landwirtschaft hat man gerne im Frühjahr und im Frühsommer gleichmäßigen Regen und gemäßigte Temperaturen, im Hochsommer gerne Trockenheit und Hitze…

Kurzer Modell-Check, 21. Juni, morgens (mit den Modellen bis Samstagnacht)

Für Synoptiker – also fast schon eine aussterbende Spezies aus der Meteorologie – sind die kommenden Tage und Wochen ein Leckerbissen, ein Festmahl, ein El Dorado, ein Abenteuer-Spielplatz. Es geht kaum spannender und interessanter, wie ich finde. Nicht nur dass die kommende Woche mit so vielen Feinheiten und Unsicherheiten bestickt ist, sondern auch dass die Mittelfristaussichten alles andere als langweilig sind. Ungeachtet etwaiger Horror- und Marktschreierei-Schlagzeilen tut sich das Folgende: Wir werden es nach der lange wechselhaften und teilweise sonnenscheinarmen Phase mit deutlich mehr Sonne (und Wärme) zu tun bekommen. Von Sonntag auf Montag ziehen von Westen noch mal einzelne Schauer durch. Sonst aber ist es an den Tagen sonnig, teilweise wolkenlos. Statt der Sahara-Hitze bekommen wir normale Sommertemperaturen von 20 bis 28 Grad. Um die Wochenmitte macht sich ein so genannter Kaltlufttropfen (KLT), ein kleines Höhentief, auf den Weg von Osten her zu uns oder es streift uns. Im Bereich dieses Tiefs haben wir Wolken, teilweise kühlen Wind und immer wieder Schauer und Gewitter bei kaum 20 Grad. Abseits dieses Kaltlufttropfens ist es sonnig und sehr warm bis heiß. Der Kaltlufttropfen wird aktuell am Mittwoch und Donnerstag in der Osthälfte berechnet. Es gibt aber viele Unsicherheiten.   Ab Freitag gehen die Wettermodelle ein wenig auseinander. Während das europäische ECMWF-Modell in seiner Samstags-Abend-.Version die Hitze bis Sonntag bei uns belässt, räumt das amerikanische GFS-Modell diese schon am Wochenende (in einer Woche) von der Nordsee her wieder weg. Beide Modelle liegen mit ihren Höchstwerten in den wärmsten Ecken im Bereich von um und knapp über 30 Grad – normale Hochsommertemperaturen, nix Wildes und vor allem keine Saharahitze! Das amerikanische GFS-Modell lässt die Hochsommer-Werte von 30 Grad plus x zum Beispiel gar nicht mehr bis in den Nordwesten vordringen.   Verglichen mit dem, was da mal berechnet wurde und immer noch lautstark in die Welt posaunt wird, ist nicht viel übrig geblieben. Es wird einfach Sommer mit einigen sonnigen Tagen am Stück. Übrigens, in den ersten 20 Tagen des Junis hat es in den nassesten Regionen im Süden an 19 Tagen geregnet! Die trockensten Ecken hatten nur 3 Tage Regen. Apropos Regen. Ab dem kommenden Wochenende deutet sich zum Siebenschläfer eine wechselhafte und bis Anfang Juli auch kühlere Witterungsphase an – die Blaupause für unseren Sommer…?